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Kapitel 3.8

Ko Samui – weiterziehen, ankommen, neu sortieren

Ko Samui – weiterziehen, ankommen, neu sortieren: mein erster Tag zwischen Chaos und Inselglück

Railay im Herzen – und trotzdem weiter

Ich sitze da noch mit diesem Railay-Gefühl in mir – diesem langsamen Atem, diesem warmen Salz auf der Haut – und entscheide mich trotzdem, die Andamanensee zu verlassen. Nicht, weil es dort nicht schön war. Sondern weil ich gemerkt habe: Ich bin noch nicht fertig. Da ist noch ein nächstes Kapitel, das schon leise anklopft. Ko Samui.

Die Strecke: Zeit einplanen, nicht nur Kilometer

Und wenn du diese Strecke planst, dann nimm dir bitte eins mit: Zeit. Nicht nur als Minuten auf einer Uhr, sondern als Haltung. Denn es gibt zwei Möglichkeiten – du kannst über Krabi übers Festland Richtung Flughafen fahren… oder du nimmst den Wasserweg, so wie ich. Und mein Wasserweg lief genau so: Railay → Phi Phi Island → Phuket. Es klingt in einem Satz schnell, aber in echt ist es eine kleine Reise in Etappen, mit Umsteigen, Warten, nochmal Umsteigen – und dem Gefühl, dass du immer wieder kurz ankommst und gleich wieder weiter musst.

Grab & Bolt: mein Sicherheitsnetz in Thailand

Was ich wirklich jedem empfehlen kann: ladet euch die Grab App oder die Bolt App herunter. Das ist in Thailand wie so ein kleines Sicherheitsnetz. Du steigst irgendwo aus, du bist müde, du schwitzt, du hast Gepäck, du willst nicht diskutieren – und zack, du hast deine Lösung in der Hand. Und noch ein Punkt, der mir wichtig ist: Verlass dich nicht blind auf angegebene Fahrzeiten. Bei mir stand irgendwas mit 1 Stunde 30 – das ist einfach nicht realistisch, weil es eben keine direkte Verbindung gibt. Das sagt dir keiner so richtig. Auch nicht die altbewährte Tigerline. Du wirst erst nach Phi Phi gebracht und von dort aus dann weitergeleitet nach Phuket. Und genau da – in Phuket – merkst du plötzlich, wie schnell sich ein Rhythmus ändern kann.

Phuket: zurück in der Zivilisation

Dieses normale Insel-Flair ist dann erstmal beiseite gelegt. Phuket ist wieder „Zivilisation“. Alles ist quirliger, lauter, schillernder – selbst für thailändische Verhältnisse hektischer. Und wenn du dann im Taxi sitzt Richtung Flughafen, spürst du sofort: internationaler Airport. Größer. Mehr Takt. Mehr Durchlauf. Mehr Menschen, die irgendwo hin müssen. Ich hab Phuket nie als „schlecht“ empfunden – nur als komplett anderen Puls. Railay ist flüstern. Phuket ist sprechen. Und manchmal sogar rufen.

Mein Tipp: Massage am Phuket Airport

Und jetzt kommt mein persönlicher Tipp, wirklich mein Highlight für diesen Tag, und ich wünschte, das gäbe es weltweit an jedem Flughafen: Massage am Phuket Airport. Thailand und Massagen – das gehört zusammen, das weiß jeder. Aber am Flughafen findest du es irgendwie selten. In Phuket schon. Ich hatte zwei Stunden Wartezeit und habe mir eine Stunde Massage gegönnt. Und ich glaube, ich bin in meinem Leben noch nie so entspannt in einen Flug gegangen wie an diesem Tag. Das war nicht einfach „Wellness“. Das war wie ein Reset. Ein kurzes Zurückholen ins eigene Nervensystem, bevor man wieder in Bewegung geht. Investier das Geld – es lohnt sich.

50 Minuten später: Ankunft am schönsten „Flughafen“ der Welt

Der Flug selbst ist dann fast schon absurd kurz. Knapp 50 Minuten – und plötzlich bist du wieder über Wasser, wieder über Inseln, wieder über diesem Thailand, das von oben so friedlich aussieht, als hätte es keine Hektik erfunden. Und dann landest du auf meinem persönlich schönsten „Flughafen“ der Welt. Wobei… Flughafen ist eigentlich das falsche Wort.

Ko Samui Airport fühlt sich nicht an wie ein Flughafen. Es ist eher, als würdest du in einem Park ankommen. Alles ist grün. Offen. Luftig. Kein kaltes Betonmonster, sondern kleine „Hütchen“, Wege unter freiem Himmel, angelegte Gewässer, in denen Fische schwimmen, Vögel irgendwo herumstolzieren, als wäre das hier ihr Zuhause – und wir Menschen nur Gäste, die kurz vorbeischauen. Die Ankunft ist nicht nur „ich bin da“. Sie ist ein kleines Erlebnis. Ein Tor ins Paradies, ohne Pathos, einfach weil es sich so anfühlt.

Sanfter Übergang – und dann Chaos

Und was ich an diesem ersten Tag so stark gemerkt habe: Der Bereich rund um den Airport wirkt wie ein sanfter Übergang in die Insel. Du steigst aus und du bist nicht direkt mitten im Chaos. Es ist eher so, als würde Samui sagen: „Komm erstmal runter.“ Nicht alles ist sofort laut. Nicht alles ist sofort touristischer Overload. Die Luft ist warm, ja, aber irgendwie weicher. Und du spürst in den ersten Minuten schon, dass Samui anders tickt als die Inseln davor – nicht besser, nicht schlechter, nur anders. Ein anderer Rhythmus. Ein anderes Publikum. Ein anderes Tempo.

Und dann… dann öffnet sich bei mir leider nicht nur das Paradies, sondern auch ein kleines Chaos.

Pawanthorn Samui: Hochglanzbilder, Schimmelrealität

Ich hatte über einen Online-Veranstalter eine Unterkunft gebucht, die sich für mich als absolute Katastrophe herausstellen sollte. Ich nenne sie an der Stelle bewusst, weil ich wirklich nicht möchte, dass noch jemand anders da viel Geld investiert: Pawanthorn Samui SHA Plus. Hochglanzbilder, schöne Versprechen – und dann stehst du in einem Zimmer, in dem dir dieser Schimmelduft entgegenkommt, noch bevor du richtig drin bist. Und sorry Leute, aber bei Schimmel ist bei mir Ende. Das ist nicht „ach, stell dich nicht so an“. Das ist für mich ein klares Nein.

Die Damen dort waren – wie so oft in Thailand – freundlich. Wirklich freundlich. Aber ich habe gleichzeitig gemerkt, wie sehr da auch der Gedanke mitschwingt, dich zu halten. Und ich war in diesem Moment noch mit dem Railay-Frieden im Körper… und auf einmal stehst du da in einer Situation, die sich komplett falsch anfühlt. Wenn du von Inseln wie Phi Phi, Koh Lanta oder Railay kommst, bist du einfach einen anderen Rhythmus gewohnt. Und dann trifft dich so ein Ort doppelt.

Ich muss hier raus

Mein einziger Gedanke war nur: Oh mein Gott, was mache ich? Ich muss hier raus. Und das war dann auch mein schnellstes Ziel. Auf Ko Samui blieb mir erstmal nichts anderes übrig, als so schnell wie möglich eine Alternative zu finden – und das in der Hauptsaison. Du kannst dir vorstellen, was das bedeutet. Preislich. Nervlich. Und innerlich.

Grand Hyatt Ko Samui: Rettung in der Hauptsaison

Und genau in diesem Stressmodus – der eigentlich überhaupt nicht zu Ko Samui passen will – habe ich dann doch noch eine Alternative gefunden. Und zwar nicht irgendwo weit weg, nicht mit stundenlanger Fahrerei, nicht noch einmal „bitte nicht schon wieder“, sondern relativ nah: Grand Hyatt Ko Samui.

Ich bin da nicht über irgendeine App rein, nicht über irgendwelche Buchungsportale mit Hochglanzversprechen, sondern ganz simpel: Ich bin aus dieser Schimmelbude raus, hab mir ein Bolt/Grab geschnappt, bin rübergefahren und bin direkt an die Rezeption. Ich weiß noch genau, wie ich da stand – innerlich völlig durch, weil ich eigentlich nur ankommen wollte – und am Empfang saß ein sehr junger Mensch. Und ich glaube, der war auch ein bisschen überfordert. Nicht unfreundlich, gar nicht. Eher so dieses: Okay, da steht jemand, der braucht jetzt wirklich eine Lösung.

Und am Ende war genau das der Moment, der mich gerettet hat. Weil er mir nicht einfach irgendeinen Standardpreis hingeknallt hat, sondern mir tatsächlich gute Konditionen gemacht hat. Einen guten Preis dafür, dass es Hauptsaison war – und on top hat er mir sogar ein besseres Zimmer gegeben, als ich eigentlich als Standardzimmer gehabt hätte. Und das sind dann diese kleinen Dinge, die dich in Thailand manchmal wieder runterholen: Du kommst komplett gestresst irgendwo an – und auf einmal steht da ein Mensch, der einfach kurz mitdenkt.

Und ja: Grand Hyatt ist kein „billig“. Das ist nicht die Kategorie „ach komm, passt schon“. Aber in dem Moment ging es nicht mehr um billig. Es ging um: sauber, ruhig, sicher, gesund. Und im Nachhinein kann ich jetzt schon sagen: Das war jeden Cent wert. Nicht, weil Luxus per se irgendwas löst – sondern weil später noch Wetterkapriolen auf mich zugekommen sind, von denen ich an diesem Tag noch absolut nichts wusste. Und genau da wurde mir klar, wie wichtig ein Ort ist, an dem du dich wirklich geborgen fühlst, wenn draußen plötzlich alles umschlägt.

Ko Samui ohne Roller? Geht. Aber macht keinen Spaß.

An diesem ersten Tag hatte ich aber erstmal nur eins im Kopf: Ich muss jetzt ankommen. Und wenn ich in Thailand ankomme, dann heißt das für mich fast immer… ich brauche einen Roller. Ko Samui ohne Roller ist möglich, klar – aber es ist einfach nicht dasselbe. Du bist abhängig. Du bleibst hängen. Du kommst nicht in diesen Flow, in dem du spontan links abbiegst, weil du irgendeinen Geruch riechst oder irgendein kleines Schild siehst, das dich neugierig macht.

Also habe ich mich noch am selben Tag darum gekümmert, einen Roller zu finden. Und Leute – ich wiederhole das, auch wenn es nervt, weil es so wichtig ist: Internationaler Führerschein. Und zwar nicht „ja, hab ich irgendwo im Koffer“, sondern wirklich dabei – zusammen mit deinem normalen Führerschein. Sonst wird’s teuer. Und ja: Gerade wir Farang, gerade wir Ausländer, werden da auch gerne mal kontrolliert und zur Kasse gebeten. Und bitte, bitte: Helm. Nicht, weil’s irgendwo steht, sondern weil Ko Samui nicht nur Sonne ist. Es ist auch Sand auf der Straße, Schlaglöcher, plötzlicher Regen – und diese Sekunden, in denen du glaubst, du hast alles im Griff… bis du es nicht mehr hast.

Chaweng: Wiedersehen nach Jahren

Als der Roller dann endlich da war, habe ich genau das gemacht, was ich immer mache, wenn ich nach Jahren irgendwo wieder lande: Ich bin losgefahren. Einfach schauen. Einfach fühlen. Ich wollte sehen, wie Ko Samui heute ist. Wie es sich verändert hat. Und ich bin Richtung Chaweng gefahren, weil das eben einer dieser Orte ist, die du kennst, auch wenn du sie nicht kennst. Und ja – es hat sich verändert. Es ist größer geworden, lauter, touristischer. Es ist gewachsen. Nicht unbedingt schlecht. Aber anders. Und ich merke bei mir selbst immer wieder: Ich beobachte dann nicht nur die Insel… ich beobachte auch mich.

Bo Phut: Ein Food Market als echter Anker

Und auf dem Weg bin ich dann in Bo Phut hängen geblieben. Eher zufällig. So ein klassischer Moment, wo du eigentlich nur vorbeifahren willst, und plötzlich zieht dich etwas an. Da war ein Food Market – und da waren viele Einheimische. Und Leute, das ist für mich immer das beste Zeichen. Wenn Einheimische irgendwo essen, dann weißt du: Hier stimmt meistens Preis und Qualität. Hier ist es nicht nur Kulisse. Hier ist es Alltag.

Ich bin bei Tai Kik gelandet – und ich sage es, wie es ist: Das war der absolute Knaller. Ich habe schon lange nicht mehr so ein gutes Local Food gegessen. Würzig, ehrlich, ohne Show. Ich saß da, müde, durchgeschüttelt vom Tag, noch mit diesem Hotel-Schock im Nacken… und dann kam dieses Essen, und plötzlich war da wieder dieses Gefühl: Okay. Jetzt bin ich wirklich hier. Nicht nur geografisch. Sondern im Moment.

Mein Fazit vom ersten Tag

Und damit endete mein erster Ankunftstag auf Ko Samui. Er hat chaotisch angefangen, er hat mich Nerven gekostet – und trotzdem hat er mir am Ende genau das gegeben, was ich an Thailand so liebe: Dieses echte Leben an einem einfachen Tisch, irgendwo zwischen Einheimischen, Geräuschen, Gerüchen… und dem Gefühl, dass sich alles irgendwie doch wieder einpendelt.

Und wenn du bis hierher gelesen hast:

Das war mein erster Tag auf Ko Samui – zwischen „Was zur Hölle passiert hier gerade?“ und genau diesem kleinen Moment, der dich wieder zurückholt.

Danke fürs Mitreisen.

Danke fürs Zuhören.

Und wir sehen uns wieder hier auf Ko Saumi

Euer Dominik

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